Schuhpflege Step by Step

Um die nützlichen Eigenschaften Ihrer Schuhe langfristig zu erhalten, ist neben dem sorgsamen Umgang und einer entsprechenden Vorbehandlung vor dem ersten Tragen die regelmässige und auf das Material abgestimmte Pflege die Grundvoraussetzung. Es sind gerade die im Reitsport so häufig verwendeten Schuhe und Stiefel aus Leder, die eine nachlässige Pflege nicht verzeihen. Doch auch Schuhe aus Kunstleder oder Funktionstextilien lassen sich weitaus länger tragen, wenn sie regelmässig gepflegt werden.

Vor dem ersten Tragen

Um neuen Schuhen und Stiefeln die besten Voraussetzungen für ein langes Leben zu bieten, sollte man ihnen bereits vor dem ersten Tragen etwas Gutes tun.

Für alle Obermaterialien – egal ob Leder oder Textil – gilt: eine gründliche Imprägnierung vor dem ersten Tragen erhält nicht nur die wasserabweisende Funktion aufrecht, sondern schützt auch vor Farbverlusten. Ausserdem ist das Material durch den Schutzfilm des Imprägniermittels nicht mehr so empfänglich für Verschmutzungen.

Vor allem bei Stallstiefeln wird die Pflege häufig vernachlässigt, dabei sind die Ansprüche bei der Stallarbeit doch besonders hoch – schliesslich kommt ein Stallstiefel jeden Tag mit viel Feuchtigkeit, Schmutz und auch mit Pferdemist in Kontakt, der durch den entstehenden Ammoniak eine besondere Herausforderung für das Schuhwerk darstellt. In jedem Falle sollte man mit einer ersten Grundimprägnierung und einer regelmässigen Nachimprägnierung beste Voraussetzungen für die Haltbarkeit der Schuhe schaffen.

Schuhpflege Schritt für Schritt

Schuhe putzen will gelernt sein. Reiter wissen um den Pflegeaufwand, den z.B. Sättel und Trensen mit sich bringen. Während das Leder-Equipment für das Pferd top gepflegt ist, wird die Pflege des eigenen Schuhwerks häufig vernachlässigt. Gerade Lederreitstiefel oder Lederreitschuhe brauchen intensive Pflege, um langfristig gute Dienste zu leisten. Doch egal ob Leder, Kunstleder oder Textilschuh – wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Schuhe in drei Schritten wieder zum Glänzen bringen!

1. Vorbehandlung
  • Entfernen Sie ggf. die Schnürsenkel, damit Sie auch an die Schuhzunge kommen und pflegen Sie diese separat mit.
  • Entfernen Sie groben Schmutz mit einer weichen Bürste.
  • Die Sohle kann mit einer härteren Bürste von eingetrocknetem Schmutz befreit werden.
2. Schonende Reinigung
  • Anschliessend wird der Schuh mit einem feuchten Lappen oder einem weichen Schuhpflegeschwamm und einem geeigneten Pflegemittel gereinigt.
  • Bei Lederschuhen kann eine geeignete Pflegelotion eingearbeitet werden, Wasser sollte sparsam angewendet werden.
  • Bei Textilschuhen darf es ruhig mehr Feuchtigkeit sein, hier leistet ein Reinigungsschaum gute Dienste, um bis tief in die Poren zu reinigen.
3. Pflegen & Imprägnieren
  • Tragen Sie ein dem Materialtyp entsprechendes Pflegemittel mit einem weichen Tuch oder einem Pflegeschwamm in kreisenden Bewegungen auf und lassen Sie dieses gut einwirken.
  • Lederschuhe werden danach mit einem weichen Tuch oder auch einem Nylonstrumpf poliert, mit einem Sofortglanz-Schwamm geht das Polieren noch schneller vonstatten.
  • Zum nachhaltigen Schutz der Schuhe wird am Schluss noch ein Imprägniermittel aufgetragen, am besten 2-3 Mal in 15-minütigen Abständen.

Schuhwachs oder Schuhcreme?

Wachs oder Creme sind im Prinzip „zwei Paar Schuhe“. Schuhcremes und Lotionen sind für eine reichhaltige Pflege zuständig, während ein Schuhwachs eher vor Nässe und Schmutz schützen soll und somit eine Alternative zum Imprägnierspray darstellt.

In der Ruhe liegt die (Pflege-)Kraft

Planen Sie zwischen jedem Pflege-Schritt genügend Zeit zum Einwirken bzw. zum Trocknen ein: Nach der feuchten Reinigung sollte man den Schuh mit Zeitungspapier ausstopfen und ihn nach Möglichkeit 24 Stunden trocknen lassen. Bitte nicht auf die Heizung oder in die pralle Sonne stellen. Bei der Schuhpflege gilt: je flüssiger, desto kürzer kann die Einwirkzeit ausfallen. Lotionen und Cremes sollten schon nach 15 Minuten mit einem Tuch nachpoliert werden, Wachs sollte mindestens 45 Minuten einwirken.

Tipps zum sorgsamen Umgang mit Schuhen und Stiefeln

Damit Ihre Reitschuhe und Reitstiefel möglichst lange wie neu aussehen, sollten Sie nicht nur auf aktive Pflege setzen, sondern auch unsere Tipps im täglichen Umgang beherzigen.

Schonende Aufbewahrung

Wenn Ihr Schuh gerade nicht in Benutzung ist, ist eine Stiefeltasche genau das Richtige, um Ihre Schuhe schonend aufzubewahren. Alternativ bietet sich der Original-Schuhkarton oder auch ein Textilsack aus Baumwolle oder Filz an. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Schuhe an einem trockenen, schattigen und sauberen Ort lagern. Bevor man einen Schuh für längere Zeit einlagert, sollte dieser in jedem Falle trocken und mit einer nachhaltigen Pflege versehen worden sein.

Gönnen Sie Ihren Schuhen eine Pause

Damit sich das Material nach dem Tragen etwas regenerieren kann, sollte nach Möglichkeit insbesondere bei Lederreitstiefeln eine Tragepause von 24 Stunden eingelegt werden. So kann auch die Feuchtigkeit, die innerhalb des Schuhs entstanden ist, wieder entweichen. Um den Trocknungsvorgang zu beschleunigen, kann man den Stiefel oder den Schuh mit Zeitungspapier ausstopfen. Ein Muss – vor allem bei Lederreitstiefeln – ist ein Stiefelspanner, um unschöne Knickfalten zu vermeiden.

Schuhe richtig an- und ausziehen

Wenn es mal schnell gehen muss, neigt jeder dazu, seine Schuhe freihändig auszuziehen, indem man sich auf die Fersenkappe tritt. Ein fataler Fehler, der das Material an der Ferse mit der Zeit brüchig macht und dem Schuh somit auf Dauer die Stabilität nimmt.

Investieren Sie die Zeit, öffnen Sie die Schnürung oder den Reissverschluss vollständig für einen leichten Ein- und Ausstieg. Zum Anziehen sollte man auf einen Schuhlöffel oder einen Stiefelanzieher zurückgreifen.

Das Ausziehen von Leder-Reitstiefeln gestaltet sich durch den hohen und eng anliegenden Schaft meist besonders schwierig. Ein Stiefelknecht erleichtert den Ausstieg und schont durch eine Gummilippe das Material.

Typgerechte Verwendung

Mit den teuren Lederreitstiefeln eben mal die Koppel abäppeln ist keine gute Idee, wenn man möglichst lange damit auf dem Turnier glänzen möchte. Schonen Sie Ihre hochwertigen Turnierreitstiefel und verwenden Sie diese nur zu besonderen Anlässen. Zur Stallarbeit besser geeignet sind Stallstiefel oder Gummistiefel, die leicht zu reinigen sind und für den Einsatz in der schmutzigen Stallumgebung gemacht worden sind.