Haltung und Pflege eines Pferdes mit Sommerekzem

Die Haltung eines Pferdes mit Sommerekzem gestaltet sich wie bei allen Pferden mit einer Erkrankung etwas aufwändiger als bei einem gesunden Pferd. Neben der Pflege gibt es bei der Unterbringung, der Ernährung und dem Weidemanagement einiges zu beachten. Wir erklären Ihnen, welche Dinge es als Halter eines Ekzemers zu beachten gibt:

Pferd mit Ekzemerdecke

1. Fliegenschutz

Der Speichel von Insekten ist der Auslöser für das Sommerekzem. Fliegenschutz steht bei der Haltung eines Ekzemers während der akuten Phase somit an erster Stelle.

Die zwei sinnvollsten Massnahmen sind:

  • der textile Fliegenschutz

Für Ekzemer ist der Einsatz von Ekzemerdecken und -masken sinnvoll. In unserem Ratgeber zum Thema Pferdedecken finden Sie alle Informationen zum Thema Ekzemerdecken.

  • der Einsatz von Fliegenschutzmitteln

Welches Fliegenschutzmittel für Ihr Pferd geeignet ist und was Sie bei der Anwendung beachten müssen, finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Fliegenschutz fürs Pferd.

2. Pflege & Hygiene

Da die Haut eines Ekzemerpferdes im Sommer stark beansprucht ist, muss man sie nachhaltig pflegen – und das am besten auch ausserhalb der Saison. Pferde, die an der Hauterkrankung leiden, haben meist stoffwechselbedingt über das ganze Jahr hinweg Probleme mit Haut und Fell.

Ist das Ekzem bereits ausgeprägt und geht mit Schuppen, Ausschlägen und Juckreiz einher, sollte man die betroffenen Stellen unbedingt mit gezielten Ekzemerpflegemitteln behandeln. Sind die Stellen sogar bereits wundgescheuert und offen, sollte man zusätzlich auf strikte Hygiene und Salben mit antibakterieller Wirkung setzen, die eine Infektion verhindern können.

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Da fast alle Pflegemittel für Ekzemer ätherische Öle enthalten, ist das Fell und die Haut meistens mit einem fettigen Film überzogen. Da Fett automatisch Staub und Dreck anzieht und diese Verunreinigungen in Kombination mit offenen Wunden einen idealen Nährboden für Keime und Bakterien bilden, sollte ein Ekzemerpferd oder zumindest die betroffenen Stellen regelmässig abgewaschen werden, auch um die Haut wieder empfänglich für die pflegenden Stoffe zu machen

Auch das Pferdezubehör wie Pferdedecken, Schabracken und auch das Putzzeug sollte regelmässig gereinigt und desinfiziert werden, insbesondere wenn ein direkter Kontakt mit den Ekzemerwunden besteht.

3. Ernährung

Da dem Sommerekzem oftmals ernährungsbedingte Stoffwechselstörungen zugrunde liegen, ist bei einem Ekzemer ganzjährig darauf zu achten, dass das Pferd bedürfnisorientiertes Futter erhält.

Folgende Hinweise sind bei Ekzemern zu beachten:

  • qualitativ hochwertiges Futter zur Vermeidung von leberschädigenden Schadstoffen
  • Reduktion von Zucker, Stärke, Kohlenhydraten und Eiweissen
  • auf Futter ohne Zusatzstoffe achten
  • keine Silage/Heulage
  • Mineralstoffmängel erkennen und ggf. zufüttern

Welche Futterbestandteile das Hautbild positiv beeinflussen können, finden Sie unter Punkt „1. Was ist das Sommerekzem?“ Weitere Informationen zur gezielten Ernährung in der Fliegensaison haben wir in unserem Ratgeber Fliegenschutz zusammengefasst.

4. Weidemanagement

Während der Fliegensaison ist es bei der Haltung eines Ekzemers das grösste Gebot, den Insektenbestand im Bereich der Weide möglichst gering zu halten.

Das gelingt am besten durch folgende Massnahmen:

  • Koppel regelmässig misten und potentielle Brutplätze der Insekten entfernen
  • stehendes Wasser regelmässig austauschen, abdecken oder auskippen, da Mücken ihre Eier im Wasser ablegen
  • Insektenfallen aufstellen (mehr Infos dazu gibt es in unserem Ratgeber „Fliegenschutz für den Stall“)
Pferd frisst Gras auf der Weide

Grundsätzlich sollte man es vermeiden, einen Ekzemer auf eine feuchte Wiese zu stellen. Insekten werden von Feuchtigkeit magisch angezogen und insbesondere wenn sich kleinere Pfützen gebildet haben, werden diese als Brutstätten genutzt. Potentiell insektenreicher sind zudem Weiden, die sich in der Nähe von Gewässern oder Mooren befinden. Auch eine Waldrandlage ist für einen Sommerekzemer kritischer anzusehen. Wenn Sie auf eine Weide ausweichen können, die etwas weiter von den genannten insektenreichen Zonen liegt, dann sollten Sie das im Sinne Ihres Pferdes in Anspruch nehmen.

Vorbereitung der Weide:

In Vorbereitung auf die Weidesaison gibt es immer einiges zu tun. Neben der Entfernung von Unkraut und Giftpflanzen, sollte man auch die Weidezäune instand halten sowie die Weide nachsäen und düngen. Wenn ein Ekzemer auf der Weide stehen soll, kann man schon beim Weidemanagement Rücksicht auf die Erkrankung nehmen.

Das Geheimnis für eine ekzemerfreundliche Weide ist ein niedriger Fruktangehalt. Bei Fruktan handelt es sich um ein Kohlenhydrat, das sich grösstenteils im Stengel der Pflanze absetzt. Beim Abbauprozess von Fruktan entstehen Gase und Toxine, die von Leber und Haut ausgeschieden werden. Ein Überschuss kann Stoffwechselstörungen und ein geschwächtes Immunsystem zur Folge haben, was sich bei einem Sommerekzemer auf die Gesundheit von Haut und Haaren auswirken kann.

Um den Fruktangehalt der Koppel so gering wie möglich zu halten, kann man folgende Dinge beachten:
  • Nachsaat: auf fruktanarme Gräser achten (dazu gehören Wiesenlieschgras, Rotschwingel, Knaulgras, Wiesenfuchsschwanz)
  • regelmässiges Düngen: verringert den Fruktangehalt

Auch beim Weidezaunbau sollte man ekzemergerecht vorgehen: Holzzäune sind willkommene Scheuergelegenheiten für das juckreizgeplagte Pferd. Eine Einzäunung mit Strom ist für Ekzemer am besten geeignet, genauso wie Zäune aus glatten Materialien wie Metall, an denen das Pferd sich nicht wundscheuern kann.

Anweiden:

Das Einläuten der Weidesaison ist mit einer enormen Futterumstellung für das Pferd verbunden. Der hohe Eiweiss- und Fruktangehalt der Weide ist auch für den Stoffwechsel von gesunden Pferden erst einmal eine Herausforderung. Da der Eiweiss- und Fruktangehalt der Gräser besonders im Frühjahr sehr hoch ist und Pferde mit Sommerekzem extrem empfindlich darauf reagieren, muss das Anweiden behutsam erfolgen.

Wir haben einige Tipps für Sie, wie das Anweiden reibungslos gelingt:
  • Vor dem Grasen Heu füttern (so wird der Heisshunger reduziert und das Pferd frisst nicht so gierig)
  • Unmittelbar vor und nach dem Weidegang auf Kraftfutter verzichten!
  • Bei steigenden Temperaturen sinkt der Fruktangehalt, bei fallenden Temperaturen steigt der Fruktangehalt an. Besonders hoch ist der Anteil an Fruktan im Frühjahr und Herbst, wenn es nachts kalt ist und tagsüber warm und sonnig ist. An solchen Tagen sollte man den Weidegang vermeiden oder zeitlich begrenzen.
  • Am besten nachmittags beginnen, wenn der Fruktangehalt niedriger ist als am Morgen
  • Mit 10-15 Minuten Grasen (gerne auch kontrolliert an der Hand!) beginnen und jeden zweiten bis vierten Tag um 15 Minuten steigern
  • Ab der zweiten Woche morgens und abends jeweils eine Stunde grasen lassen, jeden zweiten Tag um jeweils eine halbe Stunde steigern
  • Vorsicht! Wird das Anweiden des Pferdes z.B. durch eine Verletzung oder Krankheit unterbrochen, muss unbedingt wieder von vorne begonnen werden!
  • Das Pferd gut beobachten! (Vorsicht bei angelaufenen Beinen und warmen Hufen!)
  • Fressbremse einsetzen: Damit das Pferd nicht zu viel fruktanreiches Gras isst, kann auch eine Fressbremse den Konsum begrenzen

5. Haltungsform

Eine artgerechte Haltung sollte für jedes Pferd – unabhängig davon ob es gesund oder krank ist – ermöglicht werden. Selbstverständlich gilt es, einen Ekzemer vor Insektenstichen zu schützen, jedoch ist eine dauerhafte Boxenhaltung nicht die richtige Massnahme. Schliesslich können auch Faktoren wie Bewegungsmangel und Übergewicht eine Ursache für das Sommerekzem sein, sodass es für die Gesunderhaltung Ihres Pferdes von grosser Bedeutung ist, den täglichen Weideaufenthalt unter Berücksichtigung geeigneter Insektenschutzmassnahmen zu ermöglichen. Wichtig ist, dass Ihr Pferd die Möglichkeit hat, sich eigenständig zurückzuziehen, wenn die Insekten zu sehr stören. Ein jederzeit erreichbarer und dunkler Rückzugsort, der zusätzlich mit Streifenvorhängen versehen ist, kann dem Pferd Ruhemomente in der stressigen Insektenzeit verschaffen. Ist das nicht möglich, sollte man das Pferd zeitweise von der Weide holen.